Online Banking reloaded

Man muss es offen zugeben: MacGiro war in die Jahre gekommen. Seit einer gefühlten Ewigkeit – schon unter OS 8 – nutzen wir MacGiro um Online-Banking auf dem Mac zu betreiben und seither hat sich am Look and Feel eigentlich nichts wirklich geändert. Vor 10, 12 Jahren als wir anfingen war MacGiro mit seiner HBCI/Schlüsseldatei-Unterstützung absolut konkurrenzlos und die Frage nach einer Alternative stellte sich überhaupt nicht, wollte man den – immer noch – bestmöglichen Schutz eines solch sensiblen Verfahrens wie Onlinebanking sicherstellen.

Ein kurzer Exkurs zum Thema gängige Online-Banking Verfahren

Ein erstes Unterscheidungsmerkmal ist die Bedienung via normalem Internetbrowser gegenüber einem expliziten Clientprogramm. Der Hauptvorteil eines dedizierten Clients liegt klar darin, dass anstehende Transaktionen zunächst offline erfasst werden können sowie offline auch Auswertungen wie Liquiditätsplanungen etc. erstellt werden können. Nur für die eigentliche Übertragung der Geschäftsvorfälle bedarf es einer kurzen Onlineverbindung zum Bankserver. Aus sicherheitstechnischer Sicht heisst das: schon der zeitliche Rahmen für einen Angriff ist deutlich geringer als bei einer browserbasierten Anwendung, die einer permanenten Onlineverbindung bedarf. SSL hin oder her – auch da gibt es genügend Unterschiede in der Stärke und die Möglichkeit einer Rückrechnung steigt mit der preiswerten Verfügbarkeit von skalierbarer Rechenleistung im Internet.

Das zweite wichtige Kriterium betrifft das Signaturverfahren mit dem die Aufträge an die Bank übermittelt werden. Die beiden in Deutschland wesentlichsten Verfahren sind dabei PIN/TAN (mit mehreren Unterformen wie iTAN, mTAN, …) und HBCI (Homebanking Computer Interface). Kurz gesagt: jede Form von TAN darf heute als unsicher gelten. Das inkludiert auch das HBCI-TAN Verfahren. Jeder Versuch dies über indizierte Listen, Versand von SMS etc. etc. zu kaschieren war nur von kurzem Erfolg. Das Verfahren ist broken-by-design. Wer – nach aktuellem Stand der Technik – Onlinebanking wirklich sicher betreiben will, kommt am HBCI Verfahren mit einer Schlüsseldatei nicht vorbei. Vom Angebot dieses Verfahrens sollten Sie durchaus die Auswahl ihrer Bank abhängig machen!

Nicht zuletzt durch den mehr als angestaubten Touch von MacGiro, der unerfahrene Benutzer verzweifeln liess und die vom Mac gewohnte Einfachheit der Bedienung in vielen Stellen komplett ad absurdum führte, stieg die Zahl der Mitbewerber. BankX beispielsweise zog funktional sehr rasch auf Augenhöhe, war aber optisch um Längen voraus. Selbst Newcomer wie Pecunia, die als aktuelle Version 0.3 eher im Rohzustand sind und OutBank – der Mac-Ableger der iPhone Banking Software iOutBank – noch im Beta-Stadium (und damit eigentlich ein NoGo für einen solch sensiblen Sicherheitsbereich) oder das freie Hibiscus, dessen Installation alles andere als Mac-like ist, fanden sehr schnell Freunde. Mit der aktuellen Version 7 hat MacGiro die Zeichen der Zeit erkannt. 2 Tage vor dem offiziellen Release von Mac OS X 10.7 (Lion), welches Rosetta endgültig in den Himmel schickt, war die Notwendigkeit einer grundlegenden Überarbeitung gegeben. Die nun vorliegende Version hat dabei sowohl optisch wie auch funktional erheblich dazu gewonnen.

Hauptfenster MacGiro

Beim Erzeugen von Überweisungen, Daueraufträgen oder erwarteten Zahlungseingängen darf man sich z.B. ein – lange vermisstes – AutoFill Feature freuen. Ein beliebiger Namensbestandteil wird im Fremdkontenstamm gefunden, Name, Kontonummer und BLZ automatisch eingesetzt. Eine erhebliche Vereinfachung und Zeitersparnis!

Autovervollständigen unter MacGiro

Ändern sich wiederholende Abbuchungen in ihrer Höhe, kann der neue Betrag mit nur einem Klick für die künftigen Buchungen übernommen werden. Auch hier: ein deutlich kürzerer Weg zum Ziel und ein Produktivitätsgewinn. Geblieben sind die flexible Darstellungsmöglichkeiten für Listen, die weitreichende Konfigurierbarkeit der Buttonleiste. Auf der Wunschliste bleiben noch die etwas bessere Bedienbarkeit ausschliesslich über Tastatur – ein paar Shortcuts lassen sich dank Mac OS X zum Glück einfach nachrüsten. Die Optik ist deutlich aufgefrischt, nicht wirklich hip, sondern immer noch eher etwas konservativ, was dem Einsatzzweck aber durchaus angemessen ist. Sämtliche Darstellungen erfolgen in einem einzigen Fenster, über die Seiteleiste wechselt man schnell in den gewünschten Bereich ohne sich wie bisher in zig Fenstern (Übersicht, Eigenkonten, pro Konto ein Kontobuch, Log, …) verlaufen zu müssen.

Fazit: die Kontenstände werden mit MacGiro noch nicht wirklich besser, aber sie werden hübscher dargestellt. Und wenn Zeit tatsächlich Geld ist, dann sollte der Kontostand langfristig aufgrund der Zeitersparnis durch die neuen Funktionen anwachsen.

FileMaker mieten statt kaufen?

Die FileMaker Marketing Abteilung schlug eben in meiner Mailbox auf:

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Lohnt sich das? Nimmt man den aktuellen Preis für ein 10er Starterpaket von 3.599,- EUR (exkl. Steuer) zum Vergleich, wäre das nach ca. 3 Jahren Break-Even. Mal ganz über den dicken Daumen, ohne Auf- und Abzinserei gerechnet. Schaut man in dem Zeitraum zurück stellt man fest, dass Version 8.0 in den letzten Zügen lag, 8.5 kurz drauf, 9 und nun Version 10 seither erschienen. Upgradepreis jeweils rund 1.500 EUR. Also runde 4.500 EUR nur für die Fortschreibung der Software über 3 Major-Releases in 3 Jahren! Aufwand für Migration, Anpassungen Programmierungen, … etc. etc. noch nicht mitgerechnet. Falls FileMaker seine bisherigen Upgrade Intervalle und Lizenzpreise beibehält, wäre das Mietmodell wirklich eine Überlegung wert.

Termine in der Schnellübersicht

Wer einen randvollen Terminkalender sein eigen nennt wird jede Möglichkeit suchen, die anstehenden Verabredungen, ToDos, Geburtstage und Ereignisse im Überblick zu behalten. Ich selbst nutze iCal in der Wochenansicht zusammen mit dem Info-Fach als Kompromiss zwischen grober Übersicht für die Termine der laufenden Woche und Detailinformation zu einzelnen, anstehenden Ereignissen.

Einen anderen, sehr schönen Ansatz verfolgt iCalViewer. Die anstehenden Termine und Aufgaben ziehen in einem frei skalierbaren Fenster oder auf dem kompletten Schreibtisch von rechts nach links (einstellbar) in Echtzeit über eine imaginäre „Jetzt“-Linie. Es werden wahlweise alle Kalender aus iCal angezeigt oder auch nur eine explizite Auswahl. Auch der Zeitraum der Terminvorschau ist frei einstellbar.

iCalViewer Exposé iCalViewer Desktop

Sehr gelungen ist auch eine Exposé-ähnlicher Aufruf, der mit einer frei konfigurierbaren Funktionstaste die vorbeiziehenden Termine in einer extra Ebene überblendet und sich dabei auch über einen Apple Dashboard Aufruf legt.

iCalViewer ist als Universal Binary verfügbar und kostet als Shareware $11.

Fräulein Mac, zum Diktat bitte …

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Nach erfolgter Installation wird das Programm auf seinen „neuen Herren“ trainiert. Dazu werden zunächst die Sprechgeschwindigkeit und die Sprachlautstärke des Benutzers sowie die Umgebungsgeräusche ermittelt und das Mikrophon kalibiert. Danach startet eine Trainingssitzung in der das Programm lernt wie der Benutzer Wörter artikuliert. Pro Benutzer kann so eine individuelle Stimmreferenz erzeugt werden, anhand derer iListen die Texterkennung durchführt.

Soviel zur Theorie. In der Praxis bedarf es einiger Trainingssitzungen, bis eine halbwegs ordentliche Trefferrate zustande kommt. Nachfolgend der bisherige Text mal als Kostprobe:

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Dieses Diktat entstand nach dem ersten Basistraining, welches lediglich ein paar Dutzend Sätze umfasst. Auch nach einer weiterem Trainingsdurchlauf ist das Ergebnis nicht so viel besser geworden:

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Etwas ungewohnt auch: jedes Satzzeichen und jeder Absatz muß mitdiktiert werden. So als wäre die Sekretärin Legasthenikerin . Weiterhin unzureichend: iListen setzt Worte nach den alten Rechtschreibregeln.

Dazu kommt, das sich iListen recht zickig gibt, wenn es darum geht andere als das mitverkaufte Headset anzusteuern. Ein mit diversen Windows-Spracherkennungsprogrammen arbeitendes Philips Handmikrophon das unter OS X erkannt wird und das mit Quicktime hervorragend zusammenarbeitete, wird zwar in der Device-Auswahl von iListen angeboten, aber schon in der Kalibrierung wieder abgeblockt. Einen vernünftigen Grund gibt es dafür nicht, so daß sich der Verdacht aufdrängt, das über eine künstliche Beschränkung innerhalb des Programms „MacSpeech-Zertifizierte Hardware“ verkaufsgefördert werden soll. Grundsätzlich nicht unterstützt sind alle Arten von Bluetooth-Headsets, da es hier übertragungsbedingt zu Verzögerungen und Verzerrungen durch die Datenkompression kommen kann, mit denen die Spracherkennung nicht zurecht kommt. Schade, aber wenigstens nachvollziehbar. Tröstlich immerhin, das das Headset wenigstens auch z.B. für iChat (und sicher auch für andere VoIP-Lösungen) verwendet werden kann.

Weiterhin werden nur lokale Benutzer unterstützt, die zudem über Administrationsrechte verfügen müssen. Dies widerspricht zum einen elementaren Sicherheitsvorkehrungen unter OS X; zum anderen sind Benutzer mit netzwerkbasierten Homeverzeichnissen unter OS X Server damit vollständig von der Verwendung ausgeschlossen.

Leider ist iListen derzeit – wie auch Route66 – der Einäugige unter den Blinden. Sprich: es gibt kein anderes, natives Mac OS X Programm als Alternative. Erste Versuche mit vergleichbarer Windows-Software unter Parallels sind zur Zeit in Arbeit, versprechen aber keine Besserung der Situation, da hier zwar die Mikrophone auf Betriebssystemebene prima durchgereicht werden (sprich: mit Windows selbst können qualitativ gute Aufnahmen gemacht werden), die Spracherkennungsprogramme aber offensichtlich eigene Input-Ressourcen verwenden, die die Aufnahme nur mit einem deutlichen und störenden Brummen ermöglichen.

Fazit: Nach reichlich Training sollte man immer noch auf eine Fehlerquote von um die 2 % gefasst sein. Das klingt zunächst nach nicht viel, bezogen auf einen einseitigen A4-Geschäftsbrief verbleiben aber so immer noch 2 bis 3 Worte die in einer Korrekturlesung identifiziert und i.d.R. manuell nachbearbeitet werden müssen. In dieser Fehlerquote nicht mitgezählt werden können sicherlich sinnentstellende Umsetzungen, die zwar korrekt phonetisch erkannt wurden, aber z.B. aufgrund von Groß-/Kleinschreibung oder Zusammen-/Getrenntsetzung fehlerhaft sind.

Als sehr viel schwerwiegender noch empfinde ich, dass die Implementierung so ziemlich an OS X vorbei geht. Benutzerprofile liegen im systemweiten Library-Ordner, die Zusammenarbeit mit OS X Server schlägt vollkommen fehl und der Betrieb der Software verlangt nach administrativen Rechten. Eine Lieblosigkeit wie sie sonst nur bei Windowssoftware bekannt ist. Für meinen Teil verläßt das Teil mit Ende dieses Tests wieder meine Platte und wird mein Konto sicher nicht belasten.

Ragtime – Office on steroids

Ähnlich wie ein klassisches Officepaket verbindet RagTime die Funktionen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Diagrammerstellung und Präsentation – allerdings in einem völlig anderen Ansatz. Statt einzelner Programme, die mehr oder weniger gut interagieren, vereinigt RagTime alle Funktionen in einem Programm und bedient sich bei der Anordnung der verschiedenen Elemente eines Layouts. Wie in einem klassischen Layoutprogramm (Quark Xpress, Adobe InDesign, etc.) können alle genannten Elemente, die RagTime selbst erzeugt oder importiert, in frei positionierbaren und formbaren Rahmen auf der Seite angeordnet werden. Diese sog. Container sind darüberhinaus dreh- und verzerrbar. Die enthaltenen Texte und Zahlen bleiben dabei zu jedem Zeitpunkt noch editierbar. Über die Importfunktion stehen alle gängigen Grafikformate für Bilder und Zeichnungen ebenso zur Verfügung, wie div. Office- und Standardformate für Texte und Tabellen. Auch der direkte Durchgriff auf Scanner und Digitalkameras für die Einbindung von Bildern ist möglich. Die erstellten Dokumente können als Bildschirmpräsentation, PDF-, HTML-Datei oder als Druck (incl. Unterstützung von Farbseparation für Belichter) ausgegeben werden. Der Hersteller RagTime GmbH (früher B&E Software) spricht – in Anbetracht der Layout- und Ausgabemöglichkeiten zu Recht – auch von »Business-Publishing«.

Komposition

Textverarbeitung

RagTime bietet als Textverarbeitung alle Funktionen, die im täglichen Geschäftsablauf notwendig sind. Absatz- und Schriftformate können hinterlegt und zur schnellen Formatierung abgerufen werden. Mehrspaltiger Satz, Kopf- und Fußnotenverwaltung und Indexerzeugung gehören ebenso zum Funktionsumfang wie eine sehr gute Rechtschreibprüfung. Als deutsches Produkt beherrscht RagTime geradezu vorbildlich die Trennregeln.

Tabellenkalkulation

Für die Kalkulation stehen neben arithmetischen Funktionen auch für den Kaufmann wichtige statistische und finanzwirtschaftliche Rechenregeln zur Verfügung. Darüber hinaus sind leistungsfähige Indizierungs- und Suchfunktionen vorhanden, so dass RagTime-Tabellen ebenso gut als Flatfile-Datenbank einsetzbar sind.

Charts und Diagramme

Aus vorhandenen Tabellen können sehr schnell und einfach Diagramme erzeugt werden. Die dafür zur Verfügung stehenden Vorlagen schliessen auch einige 3D-Grafiken ein. Mit den Linien-, Kreis-, Rechteck- und Bezierwerkzeugen lassen sich einfache Freihandgrafiken erstellen. Jedes so erzeugte grafische Element kann wiederum Container für einen Text, eine Kalkulation, ein Bild, ein Ton oder einen Film sein. Dieses Containerkonzept geht sogar soweit, dass eine einzelne Tabellenzelle wiederum eine weitere Tabelle mit weiterführenden Berechnungen enthalten kann. Anders als bei klassischen Tabellenkalkulationen, die über Zeile und Spalte zweidimensional arbeiten und über Arbeitsblätter eine 3. Dimension erzeugen können, kann bei RagTime durch dieses Konzept von einer echten n-dimensionalen Tabelle gesprochen werden. Dies ist eine herausragende Grundlage für ein ausgefeiltes Management-Informationssystem (MIS).

Makroprogrammierung

Weitere Rechenblattfunktionen dienen der Steuerung von RagTime Elementen. Dadurch können ganze Geschäftsprozesse abgebildet und automatisiert werden. Buttons, Auswahllisten oder Ankreuzfelder lassen sich zur Interaktion mit dem Benutzer erzeugen.

Anwendungsbeispiele

Vertriebsunterlage   Preisliste   Bericht

Ein einfaches Beispiel wäre ein Korrespondenz-Layout über welches Briefe, Faxe, Angebote, Rechnungen, etc. erstellt werden können. Grundlage für alle Dokumente bildet ein Brieflayout nach DIN 5008. Über die Makrofunktionen kann in diesem Dokument eine umfangreiche Auswahlliste erzeugt werden. Diese stellt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, was mit dem erzeugten Dokument weiter geschehen soll, wie z.B.:

  • Platzieren auf einem Firmenbriefbogen
  • Übergabe an das Faxmodem, wobei eine auf dem Briefbogen vorhandene Grafik als Graustufen-Bild eingebaut wird
  • Erzeugen eines PDF, in welchem die Optik des Briefbogens 1:1 durch die Einbindung von entsprechenden Grafiken erfolgt

In einem weiteren Schritt kommen Funkionen dazu, die den Brief um Berechnungstabellen für Angebot und Rechnung erweitern. Auf vorhandene Adressen im Adressbuch kann über RagTime-eigene Funktionen durchgegriffen werden, sodass es keiner separaten Datenbank für die Kundenverwaltung bedarf.

Ein zweiter Anwendungsfall wäre z.B. die Erstellung einer Preisliste. Über den Rückgriff auf einen Artikelstamm können so hochwertige Druckausgaben von Prospektblättern und Preislisten entstehen. In Verbindung mit Kundendaten sogar personalisiert. Der Artikelstamm kann dabei wahlweise in einer RagTime-eigenen Tabelle verwaltet sein oder über einen Import von entsprechenden Tabellendaten aus einem beliebigen Programm als CSV-Datei erfolgen. Noch eleganter ist die Anbindung von RagTime an FileMaker-Datenbanken durch das optionale Modul »FileTime« gelöst. Hier erfolgt ein direkter Durchgriff auf die Datenbankinhalte. Eine zusätzliche Export-/Importroutine entfällt. Aber auch beliebige andere ODBC-Datenbanken können über das »RagTime Connect« Modul an RagTime angebunden werden. Über AppleScript lassen sich darüberhinaus weitere Interaktionen mit anderen Programmen erstellen.

Als drittes Beispiel sei ein Businessplan herausgegriffen. Dieser besteht zunächst aus einem umfangreichen Zahlenwerk zu Umsatzplanungen, Kostenstrukturen, Deckungsbeiträgen und CashFlow. Ergänzt um ausführliche Erläuterungen zu Wettbewerbssituationen und Marktentwicklungen dient das Zahlenwerk zum Einen als Grundlage für die Berechnung von Planzahlen, zum Anderen als Referenz im Rahmen eines Kommentares zu den zu erwartenden Ergebnissen. Diese Referenzierung erfolgt mit Hilfe von Formeln, welche im Text eingefügt werden. Ändert sich eine Referenzzahl oder ein Berechnungsergebnis, so fließt diese Änderung unmittelbar in den Text ein, die Dokumente müssen nicht nochmals extra gepflegt werden. Änderungen wirken sich sofort in Echtzeit auf alle Verknüpfungen aus. Die Dokumente »leben«.

Kurz: RagTime unterstützt den Workflow und vereinfacht die tägliche Arbeit.

Der Mac ist der bessere PC!

Arbeitest Du schon oder fensterlst Du noch?

Windows XP mit Parallels Workstations auf den neuen Intel Mac mini

Das Mac OS X im Vergleich zu Windows XP das stabilere und sicherere Betriebssystem ist (bei vergleichbarem oder sogar geringerem Wartungsaufwand!) gilt als gesicherte Erkenntnis. Allerdings sind davon unabhängig immer noch eine Vielzahl von speziellen Programmen, Branchenlösungen und einigen wirklichen Killerapplikationen ausschliesslich für Windows zu bekommen. Dank der neuen Applestrategie Macs nun mehr mit Intel-Prozessoren statt mit PPC-Chips zu bestücken öffnen sich dem Anwender jedoch neue Möglichkeiten. Was zunächst als „Freak-Bastelei“ begann, bekam kurz darauf mit Bootcamp den offiziellen Segen Apples. Windows XP und Mac OS X konnten wahlweise auf ein und demselben Rechner laufen. Für wirklich produktives Arbeiten ist diese Lösung jedoch unbrauchbar. Ein echter Nutzen entsteht erst, wenn Windows- und Mac-Applikationen nebeneinander arbeiten und Daten schnell und einfach zwischen den Anwendungen hin- und hertransportiert werden können. Sei es durch einfaches draufschauen und manuellem Übertragen, sei es in der schon etwas komfortableren Variante des Copy&Paste oder einfach der gemeinsamen Nutzung von Dateien auf einem gemeinsamen Laufwerk.

An dieser Stelle setzt die Firma Parallels mit ihrer Software Workstations an. Durch eine Virtualisierungsschicht laufen in friedlicher Koexistenz Windows und Mac OS X auf ein und dem selben Prozessor. Dabei ist die Auswahl des Gastbetriebssystems nicht auf Windows XP beschränkt, sondern umfaßt die komplette Auswahl von Windowsversionen ab Windows 98. Ebenfalls möglich sind diverse Linux-Distributionen, FreeBSD, Solaris, OS/2 und MS-DOS. Die Intel Macs sind damit die derzeit einzige Rechnerplattform auf der alle drei großen Betriebssysteme + diverse Exoten parallel ausgeführt werden können. Zum Zeitpunkt des Tests waren der iMac 17″ und 20″, das MacBookPro in 15″ und 17″ sowie der Mac mini als Core Single und Core Duo Version verfügbar; Parallels Workstation befand sich in Stadium Beta6. Getestet wurde auf einem Mac mini Core Duo 1,67 Ghz, der mit der Standardkonfiguration mit 512 MB RAM, 80 GB Festplatte, SuperDrive, Airport-Extreme, Bluetooth geliefert wurde.

Bis auf den Speicher also eine sehr ansehnliche Ausstattung. Trotz des schmalen RAM-Ausbaus liess sich Parallels anstandslos installieren. Der maximal zuteilbare RAM für Gastbetriebssysteme belief sich auf 148 MB, was für den Betrieb von Windows XP ausreicht. Zunächst wird in Parallels eine Virtuelle Maschine (VM) erstellt, die die Umgebung für das Gastbetriebssystem bildet. Mittels eines sehr gut gemachten Wizards gelingt dies auf Anhieb. Vorhandene Hardware-Ressourcen wie Airport- und Ethernetkarte, USB-Anschlüsse, CD/DVD-Laufwerk etc. werden automatisch angeboten und eingebunden. Für die Windows-Festplatte wird eine Datei erzeugt, die als virtuelles Laufwerk zur Verfügung steht. Die Datei wird standardmässig als mitwachsende Datei erzeugt. Somit wird anfangs nur der Platz verbraucht, der tatsächlich belegt ist. Die bei der Installation gewählte Obergrenze kann später nötigenfalls mit einem mitgelieferten Tool angepaßt werden.

Installation

Die Installation von Windows XP vom CD-Laufwerk des Mac mini gelingt danach problemlos. Nach der üblichen, langwierigen Prozedur bootet dann Windows XP in einem kleinen 800 x 600 Fenster. Durch ein Icon in der Toolbar von Parallels, bzw. einem Hotkey kann dann sogar in einen Vollbildmodus gewechselt werden. Analog dem schnellen Benutzerwechsel nutzt Workstations dazu den Cube-Effekt um zwischen OS X und dem jeweiligen Gastbetriebssystem umzuschalten. Einmal im Vollbildmodus angelangt ist kein Unterschied zu einem „echten“ PC erkennbar. Der von Parallels gebotene Grafiktreiber reicht aus um 1600 x 1200 bei 24-bit Farbtiefe darzustellen. Eine höhere Farbtiefe wird derzeit nicht angeboten, allerdings gilt es zu bedenken das wir über eine Beta-Version reden! Dort wo jedoch keine allzu hohen Ansprüche an die Grafik gestellt werden, wie in den nachfolgend zu betrachtenden Branchenapplikationen reicht jedoch schon die heute verfügbare Beta aus um produktiv arbeiten zu können!

Klaglos arbeitete auch sofort die Netzverbindung via Ethernet mit, was an den reichlich eintrudelnden Windows-Updates erkennbar wurde. Alternativ kann die Netzwerkeinbindung (falls nicht gebraucht) auch komplett in den Einstellungen von Parallels abgeschaltet werden, was eine große potentielle Angriffslücke von Windows mit einem Schlag abdichtet. Wer auf Netzverbindung mit Windows angewiesen ist, ist gut beraten alle auch ansonsten notwendigen Sicherheitsvorkehrungen für Windows wie Virenscanner, Firewall, Sicherheitsupdates und -patches stets im Einsatz zu haben! Im Extremfall kommt es aktuell zwar lediglich zu einer Schädigung des Gastbetriebssystems. Sprich: wird die VM samt der Festplattendatei entsorgt sollten danach auf dem Mac OS keine Spuren eines Angriffs zurückbleiben. Allerdings ist nicht auszuschliessen das über ein undichtes Windowssystem künftig auch Mac-Schädlinge den Weg in den Rechner finden können.

Ebenfalls sofort verfügbar waren die Eingabegeräte die schlimmstenfalls, wenn kein windowseigener Treiber zur Verfügung steht „huckepack“ genommen werden. So z.B. mein Wacom-Tablett, das ohne eine Windows-Installation sofort als normale Maus inklusive Scrollradunterstützung zur Verfügung stand. Keine Probleme bereiteten auch die Apple USB und sogar das Apple Wireless Keyboard. Einzige Einschränkung in diesem Fall: man muß die Tastenbelegung für Windows (die ja auf den Apple Tastaturen nicht aufgedruckt ist) kennen um alle Zeichen im Zugriff zu haben. Z.B. ist das @-Symbol unter Windows nicht mit Alt-l sondern mit Alt-Ctrl-q aufzurufen. Auch die Tastenkombination Alt-Ctrl-ß für den unter Windows öfters notwendigen Backslash »« sollte man sich merken oder alternativ auf eine Tastatur aus dem PC-Regal zurückgreifen, die beide Belegungen aufgedruckt hat.

Die USB Unterstützung geht noch etwas weiter. Ein Umax Astra 2000U Scanner der unter OS X nicht unterstützt wird, erscheint nach Anschluß an den Mac unter den USB-Geräte von Parallels (jedoch mit einem krytischen Namen). Aktiviert man den Eintrag schlägt die Hardwareerkennung von XP zu, vereinnahmt das neue Gerät und installiert es. Der alte unter OS X nicht mehr nutzbare Scanner bekam so unter Parallels sein Leben zurück. Entsprechend sollte dies auch mit USB-Druckern funktionieren, was ich jedoch in Ermangelung eines solchen Geräts nicht nachprüfen konnte. Aber: nachdem das Netzwerk verfügbar war, konnte ich ebenfalls meinen vom OS X Server bereitgestellten Printserver ansprechen. Der Ausdruck der Testseite erfolgte problemlos.

Datenaustausch zwischen OS X und Windows

Installiert man im laufenden Gastbetriebsssytem noch die Parallels Tools steht eine Austausch der Zwischenablage zwischen OS X und XP ebenso zur Verfügung wie ein gemeinsam genutzter Ordner über den Dateien zwischen den Betriebssystemen ausgetauscht werden können. Theoretisch zumindest. In der Praxis erscheint zwar der entsprechende Ordner unter Windows besitzt jedoch keine Schreibrechte, so das eine Übertragung von Dateien dorthin fehlschlägt. Unter Mac OS X ist der Ordner nicht auffindbar. Der Tausch von Text über die Zwischenablage funktionierte dagegen. Zudem lassen sich über Netzwerk-Freigaben, die sowohl vom Mac als auch von Windows erreichbar sind Dateien transferieren.

OS X Server

Wo wir schon bei Netzwerkfreigaben sind: ein Wort noch zur Zusammenarbeit (oder eben nicht) zu OS X Server. Arbeitet man mit netzwerkbasierten Homeverzeichnissen gelingt zwar die Installation von Parallels, jedoch schlägt die Erstellung der Virtuellen Maschine(n) fehl. Weder gelingt die Ablage der VM-Dateien auf dem Netzwerkpfad des Benutzerverzeichnisses noch z.B. im Ordner „Gemeinsam genutzte Dateien“. Idealerweise sollte die Installation und der Betrieb von Parallels daher zur Zeit unter einem lokalen Benutzer stattfinden. Eine Verschiebung zu einem anderen (lokalen) Benutzer ist möglich, jedoch ausschliesslich mit den korrekten Rechten (644) für den neuen Benutzer bei VM- und Image-File. Weitergehende Rechte (664) um z.b. eine VM von mehreren Benutzern (nacheinander!) nutzen zu können schlagen fehl. Zudem scheint Parallels innerhalb der VM-Files einen eigenen Lock zu setzen, der unabhängig von den gewährten Rechten auf die Datendateien nicht überfahren werden kann. Entscheidend ist also dass der Benutzer – nicht die Gruppe – der die Datei anlegt alle Rechte und Locks besitzt. Das erklärt IMHO auch die Unverträglichkeit mit OS X Server, da die Netzwerkbenutzer (UID > 1000) nicht in der Liste der Berechtigten auftauchen. Auch wiederum ein Hinweis der Fairness halber: wir sprechen über eine Beta-Software!

Insgesamt kann man festhalten, das Optik und Funktion stark von Microsofts (ehemals Connectix) Virtual PC inspiriert sind. Wer VPC schon mal in den Fingern hatte, sollte mit Parallels Workstation schnell klar kommen. Entscheidender Unterschied zwischen Parallels und VPC: VPC ist eine Emulation die eine Intel-Plattform auf dem PPC Mac nachbildet. Entsprechend ist auch noch keine Intelversion von VPC verfügbar. Durch die Emulation leidet die Performance sehr stark. Parallels nutzt nativ den Prozessor und ist damit sehr schnell.

Nun, da alle Grundlagen geschaffen sind, wollen wir im folgenden einige Branchenapplikationen unter folgenden Prämissen zu testen:

  1. Das Hauptbetriebssystem ist Mac OS X.
  2. Insbesondere Internetzugriffe für Mail, Browser, RSS etc. finden soweit als möglich ausschliesslich hier statt. Windowsapplikationen bekommen nur Internetzugriff soweit dies für ihre einwandfreie Funktion notwendig ist.
  3. Das persönliche Informationsmanagement basiert auf OS X. Adressbuch, iCal, Mail, iSync und Tools um diese Applikationen herum bilden die individuelle Arbeitsumgebung.
  4. Wo immer möglich werden Windowsapplikationen durch Mac Pendants ersetzt. Dies gilt z.B. für Office-Anwendungen, Video-, Bild- und Musikverwaltung aber auch für kleinere Tools.
  5. Wo keine unter OS X lauffähige, vergleichbare Software verfügbar ist oder strenge Vorgaben z.B. aufgrund von Netzintegrationen herrschen kommt das (Windows) Gastbetriebssystem zum Einsatz. Sinngemäß gilt dies auch für Linux-Applikationen, die hier jedoch nicht Bestandteil des Testprogramms sind. Unter Linux greift noch mehr als bei Windows die Möglichkeit 4, da z.B. unter Fink oder OpenDarwin bereits reichlich Linux-Software auf den Mac portiert wurde, bzw. durch den Unix-Unterbau von OS X alternativ der Aufwand für eine Portierung zusätzlich zu prüfen wäre.

»Multimedia«

Spasseshalber habe ich zuerst einen alte ADAC Campingführer ausgegraben. Inklusive den Quicktime Movies und den Macromedia Animationen lief alles klaglos und ruckelfrei. Erster Test bestanden.

Warenwirtschaft

Der ernsthaftere Teil des Test begann mit einem Vertreter der Gattung Warenwirtschaft. Exemplarisch griff ich auf GS Auftrag zurück, das bei einigen unserer Webdesign Kunden im Einsatz ist. GS-Auftrag stellt weder bei der Grafik noch bei der Verarbeitung hohe Ansprüche an den Rechner. Durch den nutzbaren Ethernetanschluß sollte auch die Anbindung an ein Netzwerk gelingen. Aufgrund der vorliegenden Version erfolgte diesbezüglich jedoch kein Test. Die Ergebnisse sollten sich auf andere Warenwirtschaftsprogramme übertragen lassen. Wer hier – z.B. innerhalb eines bestehenden Netzes – auf ein solches Windowsprodukt angewiesen ist, hat gute Karten. Langfristig wäre jedoch auch in diesem Fall über eine vollständige Migration auf OS X nachzudenken, da hier eine genügend große Auswahl an Warenwirtschaftssystemen zur Verfügung steht.

GPS- und Routing-Applikationen

Unter Mac OS X steht so gut wie keine Offline Software zur Verfügung. Route 66 als einziges Programm dieser Kategrorie ist auf dem Stand 2004 stehen geblieben und wird seitens des Herstellers nicht mehr weiterentwickelt. Google Earth und -Maps setzen eine permanente Internetverbindung voraus. Beide bieten darüberhinaus keine Verbindung zu einem GPS-Gerät zur Datenübertragung. Bis zur angekündigten Portierung von Garmin Softwareprodukten bedarf es daher den Rückgriff auf Windows. Im Testprogramm standen Fugawi und Garmin MapSource MetroGuide zur Verfügung. Beide konnten erfolgreich installiert werden. Hölle! So schnell habe ich das dank Vektorgrafik eh ressourcenschonende Garmin MapSource noch nie laufen sehen! Bildaufbau, Routenberechnung, Zoom rein, Zoom raus – alles sehr, sehr flüssig. Auf meinem letzten PC (Via800 unter XP) war das ok, unter VPC gerade so eben auszuhalten – eher ein Katastrophe, denn eine Anwendung. Gerne hätte ich danach auch noch den wirklichen Brecher TTQV getestet, der sogar auf dem PC unerträglich langsam lief (VPC habe ich nach der Erfahrung mit MapSource gleich bleiben lassen). Leider mußte ich feststellen, das ich nur eine Beta von TTQV zur Verfügung hatte, die unter Parallels beim Scrollen in Karten abstürzte (ob das am Betastatus von TTQV oder von Parallels liegt, mag ich nicht entscheiden). Aber das wenige das nach der Installation stabil lief, lief schnell! Auch die Anbindung des GPS-Geräts (bzw. des Card-Programmers für MapSource) selbst konnte ich nicht mehr testen, allerdings gehe ich davon aus, das auch hier – da über USB verbunden – die Hardwareinstallation analog dem Scanner hätte greifen müssen.

Weitere Anwendungen meiner Kunden werde ich in den nächsten Tagen testen um die Umstiegstauglichkeit bewerten zu können

Allgemein läßt sich festhalten: sämtliche Produkte liessen sich reibungslos installieren und starten. Die Geschwindigkeit läßt produktives Arbeiten absolut zu. Wie schon eingangs erwähnt verfügte der Testrechner über lediglich 512 MB RAM. Mit einem Ausbau auf 1 oder gar 2 GB RAM und einer entsprechend größeren Zuteilung für das Gast-Betriebssystem sollte sich die Verarbeitungsgeschwindigkeit weiter steigern lassen. Der Prozessor (richtiger: die Prozessoren) waren zu keinem Zeitpunkt auch nur in der Nähe ihrer Vollauslastung. Je nach Anwendungsfall sollte ggf. auch ein Core Single für den Betrieb von XP unter Parallels ausreichend sein.

Was ich noch vermisse wäre eine Mischung zwischen dem Fenstermodus und der Vollbildansicht, genauer gesagt die Möglichkeit im Vollbildmodus trotzdem an die Menüleiste oder das Dock zu kommen, wie es z.B. bei Microsofts Remote Desktop Connection möglich ist.

Fazit

schon die jetzige Beta-Version ist für den ein oder anderen durchaus als produktive Umgebung für branchenspezifische Software brauchbar. Die Bandbreite der Anwendungen ist schon jetzt enorm, weitere Tests von einzelnen Programmen werden zeigen wie weit sich diese Bandbreite ausdehnen läßt. Mit dem Zuwachsen der Möglichkeiten im Rahmen der weiteren Entwicklung zur Finalen Version von Parallels sollten dann alle Zweifel ausgeräumt sein: Der Mac ist der bessere PC!

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Firma Entervisions in Erlangen für die Teststellung des Mac mini Core Dual.

Windows Branchensoftware auf dem Mac?

Eigentlich sollte eine Glaskugel als Icon hier neben der Überschrift erscheinen, denn entgegen der bisherigen Gepflogenheiten kommt jetzt der Praxisreport nur am Rande und stattdessen vielmehr ein Blick in die Zukunft.

Mit der gestrigen Veröffentlichung von Bootcamp liefert Apple einen offiziellen Weg für die parallele Installation von Mac OS X und Windows XP auf den neuen Intel-Macs. Und wo XP läuft steht natürlich auch der komplette Software-Markt an Windows-Applikationen mit einem Schlag offen. Laut einer Studie von Pfeiffer Research werden nach gängiger Meinung in den meisten Unternehmen Windows-Rechner für die Büroarbeiten benutzt, Macs dagegen eher in den Kreativ-Abteilungen. Pfeiffer fand jedoch heraus, daß Macs tatsächlich meist in Bereichen eingesetzt werden, die unter Termindruck arbeiten müssen. Und der ist zwischenzeitlich allgegenwärtig! Der überwiegende Grund für die Beschaffung eines Windows Rechners liegt meiner Meinung nach bisher darin, das in vielen Fällen die Notwendigkeit besteht branchenspezifische Software zu betreiben. So spezifisch, das diese Software nicht oder nicht in vergleichbarer Qualität für MacOS zur Verfügung steht. Auch die bisherigen Möglichkeiten über eine PC-Emulation wie VirtualPC, iEmulator, GuestPC, Bochs, QEMU, WinTel waren keine wirkliche Lösung da eine komplette PC-Hardware nachgebildet werden mußte, was erheblich auf die Performance schlug. Selbst eine einfache Warenwirtschaft mit geringen Anforderungen an Oberfläche, Speicher und Prozessor waren damit so schaumgebremst, das ein produktives Arbeiten nur schwer möglich war.

Macht Bootcamp nun alles besser?

Jein. Immerhin: die Applikationen laufen schnell, wesentlich schneller als in einer Emulation. Die Mutmaßung darf erlaubt sein: sogar schneller als auf PCs! In einem Test von Gearlog lief Photoshop in der Windows Version auf den neuen Intel-Macs schneller als auf vergleichbaren PCs. Viele andere branchenspezifische Applikationen kommen mit deutlich geringeren Ressourcen als Photoshop aus, die Tendenz sollte sich also extrapolieren lassen. Das große Aber: Bootcamp liefert nur eine Dual-Boot-Lösung. Wer z.B. seine Internetumgebung aus Sicherheitsgründen auf Mac OS X aufbaut, dort Mail, Browser, Newsreader etc. betreibt und die Warenwirtschaft unter Windows XP vorhält, wird nicht mal eben die Bestellung die per eMail reingekommen ist in seinen Auftragsbestand übernehmen können. Inhalt der Mail in einem für Windows zugänglichen Teil der Platte abspeichern, Rechner neustarten, Windows statt MacOS booten und dann erst die Daten ins Bestellsystem übernehmen. Auch wenn der Bootvorgang der Intel-Macs verglichen mit den PPC Macs schneller ist, produktives Arbeiten ist so nicht möglich.

Virtualisierung als Erlösung in Sicht

Eine wirklich handhabbare, geschmeidige Lösung wird nur durch eine Virtualisierungsschicht möglich sein. Ansätze dafür sind bereits heute massig erkennbar. Die verbauten Intel Chips selbst liefern eine solche Virtualisierungsmöglichkeit mit, die bisher jedoch noch nicht genutzt wird. Einen ersten Ansatz zur Nutzung liefert gerade die Parallels Software »Workstation«. In der PC Welt ist VMWare schon lange ein wichtiger Player wenn es darum geht mehrere virtuelle Maschinen mit unterschiedlichen Betriebssystemen auf einem Rechner abzubilden. Auch für VMWare könnte eine Intel-Mac Version denkbar sein. Kaum ausgesprochen ist es soweit: Mitteilung von MacRumours um 13:38 MESZ: VMWare arbeitet angeblich an einer OS X Version. Das Darwine-Projekt mußte sich bis vor kurzem nicht nur mit der Abbildung der Windows-API beschäftigten, sondern auch noch den Transfer auf den PPC Prozessor darstellen. Mit dem Intel Unterbau und dem ersten offiziellen Release von Wine ist auch hier ein Weg erkennbar, der die Koexistenz von Windows und Mac OS X Applikationen innerhalb eines Betriebssystems möglich macht. Selbst Microsoft muß nachlegen, da Virtual PC aktuell nicht auf den Intel Macs läuft. Auch hierzu existieren Spekulationen das VPC für den Intel Mac keine Emulation mehr sein wird, sondern eine Virtualisierung die direkt auf der Hardware aufsetzt. Und nicht zuletzt steht mit OS X 10.5 Leopard das nächste Release an, dem ebenfalls virtuelle Maschinen ab Werk nachgesagt werden. Bootcamp ist da sicher nur der Vorgeschmack.

Ich wage mal die Prognose, das innerhalb des nächsten halben Jahres mindestens eines der o.g. Szenarien zur Verfügung stehen wird. Das eine oder andere vielleicht etwas schneller, ein anderes dafür vielleicht etwas gründlicher und stabiler und ein drittes vielleicht etwas kostengünstiger als die anderen. Egal wie: Nach diesem Sommer wird niemand mehr einen vernünftigen Grund haben einen Windows PC zu kaufen! PC Software wird auf dem Mac laufen. Die ständigen Verzögerungen und schon erkennbaren Unzulänglichkeiten von Windows Vista sind dann nur noch der Brandbeschleuniger für den sich dann merklich verlangsamenden PC-Markt.

MacGiro und Mon(K)ey Bilanz

Eine sehr einfach Möglichkeit um die anfallenden Buchungen zum Monats- oder Quartalsende (je nachdem wann das Finanzamt die Umsatzsteuer von einem sehen mag) schnell und zeitsparend zu erledigen bietet Monkey Blianz in Zusammenarbeit mit MacGiro.

In MacGiro werden alle Kontenbewegungen des fraglichen Zeitraums (letzter Monat/letztes Quartal) selektiert und als Text-Tab Datei exportiert. Monkey Bilanz kann diese Exportdatei anschliessend öffnen und verbucht diese automatisch gegen das Konto der Bank. Damit fallen im Nachgang nur noch die Gegenbuchungen je Zahlungsein- oder -ausgang an. Auch Splitbuchungen – z.B. für Privatanteile oder falls mit einer Rechnung Leistungen fakturiert wurden, die unterschiedlichen Erlöskonten zuzuordnen sind – sind zu diesem Zeitpunkt machbar.

Wie immer: die Buchungen werden auch hier erst einmal nur erfasst. Die eigentliche Verbuchung erfolgt im Stapelbetrieb. Eventuelle Fehler sind zuvor noch leicht zu korrigieren.